fit im job 2026

Am Montag, dem 1. Juni 2026, wurde in der Seifenfabrik zum vierundzwanzigsten Mal der steirische Gesundheitspreis „fit im job“ verliehen.

Unsere Preisträger 2026 im Detail

Bezirkspolizeikommando Murtal
Kategorie 1 (1 bis 10 Mitarbeiter:innen)
„Betriebliche Gesundheitsförderung“
 

Das Projekt
Das Team der Polizeiinspektion Murtal befasst sich seit mehreren Jahren intensiv mit den Themen der Betrieblichen Gesundheitsförderung. In einem spannungsgeladenen Arbeitsumfeld sorgt man mit gezielten Maßnahmen – über die gesetzlichen Vorgaben hinaus – für ein breit gefächertes Paket auf dem Weg zur körperlichen und geistig-emotionalen Gesundheit am Arbeitsplatz. Neben einer umfassenden Ist-Analyse hinsichtlich der Arbeitszufriedenheit, aber auch der Belastungen am Arbeitsplatz, besticht das Bezirkspolizeikommando (BPK) Murtal durch ein breites, an Bedürfnisse angepasstes und auch innovatives Maßnahmenpaket – so findet neben Altbewährtem auch Neues Platz. Die Festlegung von realistischen, greifbaren Zielen im Rahmen der Arbeitsplatzgestaltung ist ebenfalls hervorzuheben.
Die direkte und vor allem regelmäßige Kommunikation im gesamten Team inklusive Führung zum Thema „fit im Job sein“ geschieht respektvoll und offen und ist dadurch Anker, zugleich aber auch ein wesentlicher Schlüssel am Weg zur Zielerreichung.

Beispiele umgesetzter Maßnahmen
• EFT (Emotional Freedom Technique) Workshop, „Klopftechnik“ (psychische Gesundheit)
• Walking-Workshop, Augenschule, Alpakawanderung, Yoga, Bogenschießen (körperliche Gesundheit)
• Stimmtraining-Workshop, Empathie-Workshop sowie regelmäßige offene Kommunikationskultur und Teampflege (sozial-emotionale Gesundheit)

Sonstiges
Das BPK Murtal besticht auch durch seine bereits lang anhaltende, konsequente Arbeit zu den Themen der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz. Neben mehreren Einreichungen bei „fit im job“ ist hierbei besonders die mittlerweile neunjährige Maßnahmensetzung noch zu erwähnen. Entsprechende Strukturen konnten dadurch kontinuierlich aufgebaut, entsprechend evaluiert und adaptiert werden.

Besonderheiten
Neben der lang anhaltenden Beschäftigung mit den Themen der Gesundheitsförderung ist sicherlich die in den Mittelpunkt gestellte offene, klare Kommunikation im Team als auch mit der Führungsebene hervorzuheben. Auch die Optimierung von altbewährten Maßnahmen und neuen, durchaus innovativen Instrumenten zur Zielerreichung gelingt besonders gut.

Sparkasse Pöllau AG
Kategorie 2 (11 bis 50 Mitarbeiter:innen)
„Betriebliche Gesundheitsförderung“
 

Das Projekt
Das Unternehmen im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld baut seine Betriebliche Gesundheitsförderung auf dem gesetzlich verankerten Arbeitnehmer:innenschutz auf - mit Themen zur gesundheitsgerechten Arbeitsplatzgestaltung und Unterstützung von gesundheitsförderndem Verhalten in einer Top-Down-Struktur. Die Zuständigkeit der Gesundheitsförderung wird bei der Arbeitsmedizin gesehen und durch eine BGF-Steuerungsgruppe gewährleistet. Es wurden Gesundheitsworkshops abgehalten, um eine Projektstruktur aufzubauen. Ebenso wurde eine Steuerungsgruppe installiert, die durch die Vorstände repräsentiert wird. Bei den Maßnahmen wurde auf Mitarbeiter:innenbefragung und Workshopplanung fokussiert. Dabei handelt es sich um die Planung der Ideen für die Projekte und die Ausrichtung dieser mit der Beantragung des Gütesiegels 2024. Ab 2023 wurde die Belastung am Arbeitsplatz erhoben (z.B. Krankenstandstage, Arbeitszeit, ergonomische Aspekte des Arbeitsplatzes) und ein Maßnahmenkatalog zur BGF geplant. Generell besteht eine hohe Arbeitszufriedenheit bei den Mitarbeiter:innen. Zur Zielevaluierung wurden Gesundheitsbeauftragte unter der Leitung einer professionellen Projektleiterin aus dem Bereich des Gesundheitsmanagements bestellt.

Leitbild
Gesundheit wird umfassend gesehen: körperliche, psychische und soziale Gesundheit, Bewegung, Ernährung, Alkohol- und Rauchkonsumation sowie Stress. In Fragebögen werden gesundheitsrelevante Items erhoben und Konsequenzen für Ziele erarbeitet bzw. gezogen, beispielsweise mit einer „Zufriedenheitsbeauftragten“ für gesundheitsrelevante Belange.

Beispiele umgesetzter Maßnahmen
• Maßnahme 1 und 2: Diverse Bewegungseinheiten werden durch Instruktorinnen angeleitet, auch Gratis-Yogaeinheiten, wofür ein „Persönlicher Weiterbildungsscheck“ über 1000 Euro (Bewegung, Ernährung, Entspannung und Weiterbildung) angeboten wird. Dazu kommen Programme zur psychischen Gesundheit und Behinderung:
- Psychische Krankheit und Behinderung, Erste Hilfe für die Seele
- Deeskalationstechniken, Kommunikation, Moderation u.a.
• Maßnahme 3: Höhenverstellbare Tische im Verwaltungsbereich
• Maßnahme 4 und 5: Es gibt Kontakt zu einer professionellen Kantine für Essensbestellung – dazu Programme für gesunde Ernährung.
• Maßnahme 6 und 7: Gesundheits-vorträge, Stressmanagement Vorträge von Ärzt:innen und Physiotherapeut:innen zu Themen für Psyche und Körper.
• Maßnahme 8, 9 und 10: Individuelles Arbeitsbewältigungscoaching und Vereinbarkeitscoaching, systemisches Coaching; Liste mit Coachinganbietern, die den Mitarbeiter:innen zur Verfügung steht.
• Maßnahme 11: Bienenbibliothek – Installierung einer Gemeinschaftsbibliothek für alle Mitarbeiter:innen mit Büchern zur freien Entnahme.

Besonderheiten
• Gesundheitsbeauftragte für gesundheitsrelevante Themen
• Zufriedenheitsbeauftragte zu den Programmen
• Ausbildung einer Mitarbeiterin zur Krisenlotsin und „Erste Hilfe für die Seele“

Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz
Kategorie 3 (51 bis 250 Mitarbeiter:innen)
„Betriebliche Gesundheitsförderung“
 

Das Projekt
Betriebliche Gesundheitsförderung spielt im Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz mit einem eigenen Branding und dem Slogan „Feel Good – im LGZ Graz“ eine wesentliche Rolle. Der durch die BVAEB betreute Betrieb hat insbesondere in den Jahren 2023 und 2024 eine Vielzahl und Vielfalt an verhaltensorientierten Maßnahmen in regelmäßigen Abständen für die Mitarbeitenden umgesetzt und ist seit 2025 BGF-Gütesiegelträger.

Trotz hoher Arbeitsanforderungen und ressourcentechnischer Herausforderungen wurden die umgesetzten Angebote in den Bereichen Bewegung, Ernährung und psychosoziale Gesundheit von den Mitarbeitenden gut angenommen. Seit 2025 liegt der Fokus verstärkt auf der Umsetzung kurzer Bewegungseinheiten bzw. „Bewegungssnacks“ zwischendurch – als Ausgleich zur sitzenden Tätigkeit. Auch in den aktuell personaltechnisch herausfordernden Situationen bleiben das Projektteam sowie Maßnahmen wie regelmäßige Yogaeinheiten und die gemeinsame Teilnahme am Businessslauf in Graz bestehen.

Beispiele umgesetzter Maßnahmen
Monatlich mindestens eine Verhaltensorientierte Maßnahme in Form von Workshops, Trainings etc.
• 6 Yogaeinheiten (einmal wöchentlich)
• Workshop „Gewichtsreduktion – langfristig gesund abnehmen“
• Workshop „Stressmanagement undResilienz“
• Workshop „Mentale Stärke am Arbeitsplatz“
• 6 Einheiten Nordic Walking
• Workshop „Augenwellness im Arbeitsalltag“
• Workshop „Wirbelsäulen- und Rückentraining“
• Kochworkshop mit Teambuildingcharakter – gemeinsames Kochen und Reinigen
• Stabilisations- und Koordinations-training
• Entspannungstechniken
• Kommunikation und Stimmtraining
• Gemeinsames Adventfrühstück

Besonderheiten
Einen starken Wiedererkennungswert hat das eigene Branding mit Wort-Bild-Logo für „Feel Good – im LGZ Graz“. In diesem Stil wurden auch Gesundheitsberichte mit Rückblick inkl. Fotos auf die umgesetzten Maßnahmen erstellt, um die Aktivitäten im Bereich der BGF sichtbar zu machen. Zudem gab es eine jährliche Jahresprogrammplanung inkl. Ausblick auf die jeweiligen Aktivitäten pro Monat.

Thermenhotel Franz Stoiser GmbH & Co KG
Kategorie 3 (51 bis 250 Mitarbeiter:innen)
„Betriebliches Gesundheitsmanagement“
 

Das Projekt
Mit Start des ersten BGF-Projektes 2009–2011 wurden Gesundheit und langfristiger Erhalt der Arbeitsfähigkeit fixer Bestandteil der Unternehmenskultur. Führungskräfte werden entsprechend sensibilisiert und erhalten bedarfsorientiert individuelle Coachings. Es gibt strukturierte Prozesse zur Wiedereingliederung und zum Onboarding. Erhaltung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter:innen sind als Ziel im Leitbild verankert.
Allen Projekten und Maßnahmen gemein ist die hohe Wertigkeit einer transparenten Kommunikation. Personalentwicklungsmaßnahmen entstehen in Abstimmung mit Gesundheits- und Sicherheitsteam, BGF-Koordinatorin, Wiedereingliederungsbeauftragten und Führungskräften. So wird sichergestellt, dass Benötigtes angeboten werden kann, aber auch, dass Angebote über eine Vielzahl an Kanälen (Infoboards, Aushänge, Besprechungen, E-Mails, Whatsapp-Gruppen, Infoblätter zum Lohnzettel, Hotelkit) den Mitarbeiter:innen bekannt gemacht werden. Das betrifft sowohl Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung als auch Informationen zum Arbeitsprozess.
Schriftliche Mitarbeiter:innenbefragungen werden regelmäßig durchgeführt, Entwicklungen beobachtet und Handlungsfelder ausgemacht.

Beispiele umgesetzter Maßnahmen
• Rückenfit für Reinigungs- und Etagenmitarbeiter:innen: Mit der hauseigenen Sporttrainerin Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur erlernen mit dem Ziel, diese selbstständig in den Arbeitsalltag einzubauen. Am Ende des 2. Turnusses zum Abschluss für alle Teilnehmenden auf deren Wunsch eine Klangschalenmeditation.
• Entspannt durch die Wechseljahre: Workshop mit Unterstützung einer externen Ärztin; große Zielgruppe, da im Unternehmen viele ältere Frauen arbeiten. Der Austausch unter den Frauen wurde als sehr positiv bewertet, eine Fortführung wird gewünscht und ist geplant.
• Mentale Lehrlingsgesundheit: Schulung für Lehrlinge zum Umgang mit digitalen Medien und gesundheitlichen Auswirkungen von Handynutzung – Handysucht erkennen und gegensteuern.

Besonderheiten
In dem familiär geführten Unternehmen profitieren auch die Mitarbeiter:innen vom Gästeangebot. Die Nutzung des Wellnessbereiches ist kostenlos, ebenso eine hochwertige Verpflegung (Gästemenüs) während der Dienstzeit.
Es gibt klare schriftliche Richtlinien zum Umgang mit Alkohol sowie Prozesse zur Alkoholprävention sowie Interventionsprozesse zur Alkoholprävention (Stufenplan).

Krankenhaus der Elisabethinen GmbH
Kategorie 4 (über 250 Mitarbeiter:innen)
„Betriebliches Gesundheitsmanagement“
 

Das Projekt
Das Krankenhaus der Elisabethinen verfolgt ein ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement, das die physische, psychische und soziale Gesundheit der Mitarbeiter:innen systematisch stärkt. Aufbauend auf fundierten Analysen, regelmäßigen Befragungen und partizipativen Prozessen werden bedarfsgerechte Maßnahmen entwickelt und nachhaltig im Arbeitsalltag verankert. Gesundheit wird als Führungsaufgabe verstanden und ist fest in der Organisationskultur integriert. Im Fokus stehen die Förderung von Resilienz, die Verbesserung von Arbeitsbedingungen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Der umfassende und strukturierte Ansatz verbindet verhaltens- und verhältnisorientierte Maßnahmen und trägt wesentlich zur langfristigen Mitarbeiter:innenzufriedenheit und Arbeitgeberattraktivität bei.

Beispiele umgesetzter Maßnahmen
• Interaktive Ernährungsworkshops zur Förderung gesunder Alltagsgewohnheiten
• Bewegungsangebote wie Wirbelsäulentraining, Tanzeinheiten und Firmenrudern
• Achtsamkeitstrainings und Resilienzprogramme zur Stärkung der psychischen Gesundheit
• Gesundheitstage mit umfassenden Beratungs- und Analyseangeboten
• Workshops zu Selbstführung, Kommunikation und gesundheitsfördernder Führung

Sonstiges
Die Maßnahmen werden kontinuierlich evaluiert und erreichen sehr hohe Zufriedenheitswerte. Flexible Teilnahmeformate, digitale Angebote sowie eine zielgruppenspezifische Ansprache ermöglichen eine breite Beteiligung der Mitarbeiter:innen.

Besonderheiten
Besonders hervorzuheben sind die betriebsinterne Tagesmutter als innovatives Angebot zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie der ganzheitliche, partizipative Ansatz, der Gesundheitsförderung nachhaltig in allen Unternehmensbereichen verankert.

Sonderpreisträger 2026

FH JOANNEUM Gesellschaft mbH
Kategorie 4 (über 250 Mitarbeiter:innen)
„Betriebliche Gesundheitsförderung“
Graz
Kontakt: Mag.a Dagmar Wendler
Projekt

Die Betriebliche Gesundheitsförderung an der FH JOANNEUM kann auf ein langjähriges Bestehen zurückblicken. Begonnen hat alles im Jahr 2010 mit dem Start des BGF-Projektes „Kopfnuss“. Seitdem hat sich die BGF zu einem umfassenden und ganzheitlich ausgerichteten Betrieblichen Gesundheitsmanagement weiterentwickelt. Wesentlich für den Erfolg ist, dass BGF als Führungsaufgabe wahrgenommen wird und im bestehenden Managementsystem integriert ist. BGF ist in unterschiedlichen Ebenen verankert und wird in zahlreichen Dokumenten wie auch in den Werten und Führungsgrundsätzen berücksichtigt. Eine wesentliche Schlüsselfunktion in der Umsetzung haben die Gesundheitsbotschafter:innen inne, die als zentrale und vertrauliche Ansprechpersonen für die Mitarbeiter:innen in allen Fragen rund um das Thema Gesundheit fungieren. In regelmäßigen Abständen werden die Ressourcen und Belastungen der Mitarbeiter:innen im Rahmen von Befragungen erhoben und daraus entsprechende Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt. Im Rahmen eines umfassenden Maßnahmenangebotes liegt der Schwerpunkt aktuell und zukünftig auf der Förderung der mentalen Gesundheit. Dabei setzt die FH JOANNEUM verstärkt auf frühzeitige Intervention, niederschwellige Unterstützung, zielgruppengerechte Angebote sowie einen Mix aus Online und Präsenz in der Durchführung.

Beispiele umgesetzter Maßnahmen
• Bewegung & Fitness: breites Spektrum an Kursen, die teils online und teils in Präsenz stattfinden, z.B. Ganzkörper-Workouts, Kraultechnikkurse, Seilspringtreffs, Pilates, Yoga und regelmäßige Lauftreffs
• Förderung der Fahrradmobilität u. a. durch eine verbesserte Infrastruktur für Fahrradfahrer:innen
• Förderung der mentalen Gesundheit: „Instahelp“ (kostenlose psychologische Beratung – online, vertraulich, anonym), Programm „Weil mentale Gesundheit zählt“, Seminar „Erste Hilfe für die Seele“
• Gesundes Führen als Teil der Leadership-Formate
• Jährliche Gesundheits- und Mobilitätstage
• Kochworkshops wie z.B. „Meal Prep fürs Büro“
• Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Kinderbetreuungsplätze, Eltern-Kind-Lernräume, mobiles Kinderzimmer (eine „rollende Kommode” bestückt mit Spielsachen, Büchern und weiteren Inhalten für die flexible Betreuung des eigenen Kindes am Campus)